Bye bye Tokio, hello Hakone

Tag 4-7

Letzter Tag in Tokio

Nach zwei Nächten bei unserer liebgewonnenen Couchsurfer-Familie mussten wir leider am Vormittag des 7. Oktobers Abschied von ihnen nehmen. Gestärkt mit einem leckeren Frühstück, verließen wir mit vielen schönen Eindrücken das Haus. Wir sollten noch früh genug erfahren, dass couchsurfen auch anders geht. Dazu aber gleich mehr…

An unserem letzten Tag in Tokio haben wir uns nochmal in die Innenstadt aufgemacht. Die Rucksäcke in Schließfächer gepackt, steuerten wir zielstrebig das Kabuki-Theater an. Kabuki ist ein traditionell japanisches Theater bestehend aus Gesang und Ausdruckstanz. Eine Vorstellung dauert normalerweise 4-5 Stunden und ist in verschiedene Teile gegliedert. Zum Reinschnuppern ist es möglich, Tickets für nur einen Teil der Vorstellung zu erhalten. Das haben wir dann auch gemacht. Eine sehr interessante Erfahrung sowohl für die Ohren als auch für die Augen, auch wenn wir inhaltlich nichts verstanden haben.

Couchsurfen geht auch anders

Am Abend waren wir mit unserem nächsten Gastgeber Ito verabredet. Diesmal war es nicht ganz so schwierig, den verabredeten Treffpunkt zu finden. Wir landeten in einer Gegend, welche noch das ursprüngliche Tokio darstellt, mit vielen kleinen Gassen und gestapelten Wohnungen. In einer dieser ca. 13m² kleinen Wohnungen wohnte auch Ito. Nach einem gemeinsamen Abendessen aus dem Supermarkt bauten wir unseren Schlafplatz auf. Schnell stellte sich heraus, dass die Wohnung keinen versteckten Raum mehr zu haben schien, sodass wir es uns zu Dritt im Wohnbereich bequem machten. Da Komfort subjektiv ist, konnte Arian auf der dünnen Matratze ganz wunderbar schlafen, während ich die halbe Nacht versucht habe, eine bequeme Schlafposition zu finden.

Weiterreise nach Hakone

Am nächsten Morgen bereitete uns Ito ein leckeres Frühstück zu und nach einer kurzen Verabschiedung kamen wir in den morgendlichen Berufsverkehr von Tokio, von dem in allen Reiseführern abgeraten wird. Aber da wir ja schon mal drin waren, genossen wir es auch, uns mit unseren großen Rucksäcken durchzudrängeln.
Circa 2h später trafen wir dann an unserem nächsten Reiseziel ein: Das Hakone-Gebiet, bekannt für seine schöne Berglandschaft und heißen Quellen, welches besonders bei japanischen Touristen sehr beliebt ist. Noch leicht ermüdet, beschlossen wir den Tag ruhig abzuschließen und suchten uns eine Burganlage in Odawara (am Rande des Hakone-Gebiets) zum Entspannen.

Da wir trotz langer Bemühungen keine Zusage für eine Couch in Hakone und Umgebung erhalten hatten, checkten wir diesmal in einem Hostel etwas außerhalb in Hiratsuka mit richtigen Betten und sogar einem eigenen Bad ein.

Hakone in zwei Versuchen

Nach einer komfortablen Nacht fuhren wir trotz Taifun-Warnung in das etwa eine Stunde entfernte Hakone-Gebiet. Je näher wir Hakone kamen, desto windiger wurde es. Unbeeindruckt von den ersten Regentropfen spazierten wir zu einem nahe liegenden Aussichtspunkt. Da der Wind und der Regen signifikant zunahmen, traten wir nur nach ca. 2h wieder den Heimweg an. Am nächsten Tag wollten wir einen zweiten Versuch starten.
Gestärkt mit einer Kombination von einem japanisch-westlichen Frühstück wagten wir am Vormittag des 10. Oktobers den zweiten Versuch in das Hakone-Gebiet. Da das Wetter diesmal mitspielte, konnten wir eine umfassendere Tour machen. Dabei nutzen wir verschiedene Arten von Fortbewegungsmitteln (Bahn, Bus, Schiff, Seilbahn). Besonders interessant fanden wir die Schwefelquellen in Owaku-dani. Eine bekannte Spezialität dieses Ortes sind schwarze Eier, die in den Schwefelquellen gekocht werden und dadurch eine schwarze Schale erhalten. Angeblich verlängert sich beim Verzehr eines solchen Eies das Leben um ganze sieben Jahre. Wir kauften fünf davon…

Mit also mindestens 14 Jahren mehr Lebenszeit im Gepäck reisten wir am Abend mit dem Shinkansen-Schnellzug weiter nach Osaka.

4 Kommentare zu “Bye bye Tokio, hello Hakone

  1. Jamie

    Yay, ein neuer Bericht!!! :D Die Bilder sind mal wieder der Hammer und ich bin sooo gespannt auf mehr. Über das Kabuki-Theater habe ich mal eine längere Dokumentation gesehen, war sehr interessant. Kann ich mir gut vorstellen, dass euch das gefallen hat. :) Und für das nächste Couch-Surfing Abenteuer drücke ich die Daumen, damit es weniger beengt endet. ;) Wobei ich es schon erstaunlich finde wie gastfreundlich und nett die Menschen sind, dass sie selbst auf so wenig Raum noch jemanden unterbringen! Auf euren Bericht über Osaka bin ich auch sehr gespannt, davon habe ich schon viel über andere Freunde gehört, die durchweg begeistert waren.

  2. Karla

    Danke für den neuen Bericht und die tollen Fotos ab Tag 4! Besonders Hakone-Gebiet mit Seenlandschaft!
    Das Kabuki-Theater finde ich ja verlockend. Ich habe mir gleich bei Youtube einen Eindruck verschafft (in Ermangelung besserer Möglichkeiten) und eine gute Darstellung mit Erklärung gefunden (http://www.youtube.com/watch?v=aDf3D1BQoyk).
    Es gab mal eine japanische Noh-Theater Aufführung in Berlin, die mich damals sehr beeindruckt hat und daran erinnert.
    Euer Couchsurfen ist ja abwechslungsreich, aber irgendwie rührend und nett.
    Viel Glück weiterhin und erholsamen Schlaf!

  3. Daniela und Tante Hannelore

    Hallo Ihr Zwei,
    haben soeben zusammen mit Klein Matti Euren Bericht verfolgt und die Fotos angesehen.
    Freuen uns auf weitere Bilder und Erlebnisse und wünschen Euch viel Glück und tolle Begegnungen, wo auch immer in der Welt.
    Wir bleiben dran!

    Jetzt ist es Zeit für Mattis Fläschchen ( 16.00 knurrt der Magen).

    LG von allen aus Kölzig und Forst

  4. Seeky

    Ich finde auch sehr gastfeundlich von Ito, trotz des engen Raumes Euch aufzunehmen und ein leckeres Frühstück noch dazu am nächsten Tag.
    Die Bilder von Ashi-see strahlen eine solche Ruhe aus und sind geradezu meditativ.
    Ich freue mich auf Euren nächsten Bericht!

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