Sihanoukville und Battambang

Tag 331-336

In Sihanoukville

Am 7. November trennten sich Wege von meiner Reisepartnerin Malaika und mir. Während sie zurück nach Phnom Penh fuhr, um ihre Reise in den Philippinen fortzusetzen, setzte ich meine Rundfahrt durch Kambodscha fort – langsam wieder in westlicher Richtung, damit ich in ein paar Tagen von Bangkok aus nach Yangon in Myanmar fliegen konnte.

Mein nächstes Ziel war das etwa 100 km von Kampot entfernt gelegene Sihanoukville. Für viele Besucher dient die Stadt als Ausgangspunkt, um die Insel Koh Rong zu besuchen, ein aufgrund der traumhaften Strände und Korallenriffe beliebtes touristisches Ziel. Mir fehlte dazu leider die Zeit, daher begnügte ich mich damit, mit dem Roller Stadt und nähere Umgebung sowie die Strände zu erkunden. Letztere waren meist sehr überlaufen – der am weitesten außen gelegene Otres Beach war da noch am angenehmsten. Der im Norden der Stadt etwas erhöht gelegene Tempel Wat Leu war ebenfalls ein schönes Ziel – eine friedliche Stimmung, in den Bäumen spielende Affen und kaum Touristen luden zum Verweilen ein.

Im Nachtbus nach Battambang

Nach kurzen zwei Tagen entschied ich mich, den weiten Weg nach Battambang über Nacht zu fahren, um keinen weiteren Tag zu verlieren. Es klang nicht schlecht: Man fuhr in einem Bus mit Schlafkoje und musste nur einmal in der Nacht in Phnom Penh in einen anderen Bus umsteigen. Leider waren die Kojen für zwei Personen konzipiert und sehr eng. Schon für eine Person war nicht besonders viel Platz und da es keine Einzelkojen gab, wartete ich gespannt auf meinen zukünftigen Bettgenossen, stets hoffend, dass dieser bitte schlank sein möge. Nachdem wir dreimal angehalten hatten und schon jede Menge Fahrgäste zugestiegen waren, hatte ich schon fast die Hoffnung, meinen Schuhkarton für mich alleine zu haben, aber bei einem vierten Stopp wurde der Bus mit Einheimischen aufgefüllt und mir wurde ein jüngerer Mann zugeteilt, der glücklicherweise dünn war. Wir unterhielten uns kurz und versuchten später auch zu schlafen – besonders gut klappte es aber nicht, weil es doch sehr beengt war. In Phnom Penh torkelte ich um 3:00 Uhr nachts mit meinem Rucksack zu dem anderen Bus und teilte mir diesmal die Schlafkabine mit einem etwas älteren Herrn. Die Koje war diesmal unten gelegen und etwas geräumiger, und ich schaffte es tatsächlich, ein paar Stunden Schlaf zu finden.

Am frühen Morgen hielt der Bus am Sonntag, den 9. November, schließlich etwas außerhalb von Battambang und ich nahm mir ein TukTuk, um in die Innenstadt zu fahren.

Koloniale Architektur, Norry und Tempel

Französische Kolonialarchitektur, eine ruhige Atmosphäre und traumhafte Landschaften in der Umgebung machen viel vom Reiz Battambangs aus. Etwas provinzieller und längst nicht so vom Tourismus überlaufen wie Siem Reap oder Phnom Penh, lagen entspannte Tage vor mir und ich fühlte mich sofort wohl. Ich schaute mir die kolonialen Bauwerke in der Nähe des Marktes an, schlenderte etwas über den Markt und durch die kleinen Gassen, gab meine Wäsche in die Wäscherei und ließ es ruhig angehen.

Am Montag lieh ich mir wieder einen Roller, um bei der Erkundung der Umgebung mobiler zu sein. Ich fuhr zunächst zur Bambusbahn, einem traditionellen improvisierten Fortbewegungsmittel in Kambodscha. Schienentaxis (von Einheimischen Nori oder Norry genannt) waren vor allem im Gebiet um Battambang gebräuchlich. Heute wird eine kleine Strecke dieser Bahn ausschließlich für Touristen betrieben. Die Fahrt ist holprig und da es nur ein Gleis gibt, muss bei Gegenverkehr einer der beiden Norries abgebaut werden, um den anderen vorbei zu lassen. Besonders bei den schweren Achsen eine schweißtreibende Arbeit. Bei der Gelegenheit lernte ich auch die beiden Niederländer Markus und Belinda kennen, die mit ihrem um- und ausgebauten Toyota Landcruiser die Welt bereisen. Von Holland aus waren sie bis nach Kambodscha mit dem Auto gefahren. Eine ihrer anderen großen Touren ging von Holland bis nach Kapstadt in Südafrika. Eine inspirierende und beeindruckende Begegnung.

Weiter ging es mit dem Roller zum Tempel „Banan“, ein beeindruckender, gut erhaltener Tempel, dessen zahlreiche Stufen einem aber vorher etwas körperliche Ertüchtigung abringen. Praktisch auf der anderen Seite, etwas nördlich von Battambang, steuerte ich zum Abschluss „Wat Ek Phnom“ an, ein Tempel, von dem nur noch Ruinen übrig geblieben sind. Vor diesen Ruinen wurde jedoch ein neuer Tempel gebaut. Am dem Ort hält die in der Nähe lebende Dorfbevölkerung ihre Festlichkeiten ab.

Abschied von Kambodscha

Der 11. November (Dienstag) war mein letzter (kurzer) Tag in Battambang und Kambodscha. Ich nahm nach dem Frühstück einen Bus, der mich zurück nach Bangkok brachte, wo ich weitere zwei Tage verbrachte, bevor ich mich auch von Thailand verabschieden musste. Am Donnerstag den 13. November, ging mein Flug nach Yangon in Myanmar. Mit dem öffentlichen Bus war ich beinahe zwei Stunden im zähflüssigen Verkehr Bangkoks unterwegs, bis ich endlich am Don Mueang-Flughafen ankam. Dafür zahlte ich natürlich auch nur den Bruchteil eines Taxi-Preises.

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